Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Thomas Brüggemann

Herrschende Gesellschaft oder Hofstaat? Griechen, Makedonen, Perser und die Organisation königlicher Herrschaft im Seleukidenreich.

In unmittelbarer Nähe des seleukidischen Monarchen werden immer wieder Personen bzw. Personengruppen genannt, die unterschiedlichen ethnischen Kontexten entstammen. Gerade prosopographische Untersuchungen konnten in jüngerer Zeit Differenzierungen vornehmen, die zeigen, daß auch Angehörige indigener kleinasiatischer Bevölkerungen innerhalb der Verwaltung des seleukidischen Machtbereiches herausgehobene Positionen einnahmen. Die Karrieren dieser Männer blieben selten auf einen Sektor beschränkt; vielmehr wechselten sich nicht nur hohe militärische, administrative sowie religiöse Ämter ab, ihre Inhaber wurden überdies offenbar im Verlaufe eines langen Dienstes vom Herrscher sowohl am Hofe als auch in den Provinzen eingesetzt. Das zentrale Anliegen des Vorhabens ist die Klärung der Frage, ob die Indienstnahme bestimmter Personen durch den hellenistischen Regenten ausschließlich der Qualifikation und Reputation konkreter Einzelpersönlichkeiten geschuldet war, demnach also gleichsam zufällig erfolgt wäre, oder ob solche Angehörige autochtoner Bevölkerungen in hohen Positionen als Elemente einer politischen Strategie entschlüsselt werden können: Diese hätte dann dazu gedient, kleinasiatische Völker durch einheimische 'Führer' in das seleukidische Herrschaftsgebiet einzugliedern.

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