Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Frank Ursin

Funktionen von Vergangenheit bei den Griechen in der Römischen Kaiserzeit (1. - 3. Jh. n. Chr.).

Die Arbeit wurde betreut von Frau Prof. Dr. Angela Pabst.

Eine  Romanisierung der Griechen ist in  der römischen Kaiserzeit ausgeblieben. Dieser Befund ist erklärungsbedürftig. Eine Antwort findet sich in den Quellen griechischer Identität: Sprache und Vergangenheit. Doch das griechische Selbstbewusstsein zeigt sich weniger einheitlich als man erwarten würde. Es konkurrierten neben verschiedenen lokalen vor allem kulturelle und ethnische Identitäten mit je eigenen Funktionalisierungen der Vergangenheit. Das Dissertationsprojekt soll diese Funktionen im Zeitraum vom 1. bis 3. Jh. n. Chr. aufdecken und erklären. Der neue Ansatz ist, zwei kulturwissenschaftlich-geschichtsphilosophische Theorien miteinander zu verbinden: zum einen Jan Assmanns Überlegungen zum Kulturellen Gedächtnis und insbesondere zur kontrapräsentischen und fundierenden Erinnerung; zum anderen Reinhart Kosellecks Theorie der Transformation geschichtlicher Erfahrung in geschichtliche Erkenntnis. So steht z.Bsp. die selbstbildformende Erinnerung an die Freiheit des 5. Jh.s im Widerspruch zur Situation der Griechen  im 2. Jh. n. Chr. unter der römischen Herrschaft. Dieser Widerspruch wurde von den Griechen mit nachträglichen Erklärungen der römischen Herrschaft kompensiert. Die Autoren der Zweiten Sophistik betonten dabei entweder die Stärke der Römer oder die Schwäche der Griechen. So konnte die historisch fundierte Identität aufrecht erhalten und einer Romanisierung widerstanden werden.

Stipendiat der Graduiertenförderung der Gerda-Henkel-Stiftung.

Sprecher  der Promovierenden-Initiative Halle zur Gründung eines ProRates.

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